Andrea Roth – Fragen und Antworten zur Medienpolitik des FC Basel (Teil 4/4)

15. November 2014 | Von | Kategorie: Fanzone, Medien, Nachgefragt, News, Top News

Im letzten Teil unseres Interviews nimmt Andrea Roth Stellung zur Medienpolitik des FC Basel und verrät, was sich unter Paulo Sousa alles verändert hat.

SAMSUNG CSCEs ist zu hören, dass die Kommunikation des FC Basel teilweise zu „überschult“ und fast zu perfekt ist. Oft weiss man nach Pressekonferenzen nicht mehr wie bereits zuvor. Wie stehst du dazu?
Bernhard Heusler beispielsweise ist ein perfekter Rhetoriker und Gesprächspartner, dadurch wirken die Pressekonferenzen vielleicht geschliffener als anderswo.
Es ist nicht das Ziel des FC Basel Pressekonferenzen mit Ecken und Kanten abzuhalten, sondern zu informieren. Dann käme wohl das Gefühl auf „Der FC Basel habe die externe Kommunikation nicht im Griff“.
Wenn wir eine Krisenpressekonferenz haben, setzen wir uns logischerweise vorher zusammen und besprechen das Vorgehen.
Wie gesagt, ich denke, dass dieses „Perfekte“ auch daran liegt, dass wir in der glücklichen Lage sind, perfekte Rhetoriker im Vorstand zu haben.

Der FC Basel verlangt von seinem Trainer, dass dieser mit der Region Basel verbunden ist, spricht in der Umgebung wohnt und beispielsweise auch in der Stadt anzutreffen ist und die Fans sich mit ihm unterhalten können. Wie stehst du dazu?
Meiner Meinung nach ist es vor allem wichtig, dass sich der Trainer mit der Stadt und dem Verein identifiziert, vor allem in Basel ist das etwas ganz Spezielles.
Ich bin in Basel aufgewachsen und weiss was dieser Verein für die Stadt bedeutet, du bist einfach rotblau.
Wenn die Leute auf uns zukommen und über den FC Basel diskutieren, finde ich das gut und auch wichtig, Basel tickt anders und das soll auch so sein.
Ich schätze an Paulo Sousa sehr, dass er so offen auf die Leute zugeht. In diversen Gesprächen spürte ich auch, wie wichtig ihm unsere Fans sind.

Wie erklärst du jemandem, der 20 Jahre beinahe jedes Training des FC Basel beobachtet hat, dass dies nun nicht mehr geht?
Wir haben den Fans erklärt, dass Paulo Sousa grössten Wert auf höchste Konzentration legt und wir diesen Wunsch respektieren. Weiter haben wir aber auch gesagt, dass mit regelmässigen Open-Days Hand geboten wird.
Ich denke, dass dies auch durchaus nachvollziehbar ist, wenn man die Erklärung kennt.

Manchmal ist ein Unverständnis da, weshalb es keine engere Zusammenarbeit mit den Fans gibt. Es wirkt teilweise fast so, als grenze man sich von den Fans ab, will beispielsweise nichts mit Pyros am Hut haben. Es ist teilweise eine gewisse Distanz zu den Fans zu spüren.

Ein paar Fans hatten beispielsweise die wunderbare Idee einen „Fan-Oobe“ zu organisieren, der dann am 20. August 2014 auch stattfand. Wir hielten gemeinsame Sitzungen mit den Initianten ab, um diesen Anlass zu planen. Solche Ideen unterstützen wir natürlich und schätzen wir sehr. Deshalb habe ich das Gefühl, dass der FC Basel durchaus mit den Fans zusammenarbeitet.

Als Paulo Sousa sein Traineramt antrat, liess er verkünden, dass er sämtliche Bereiche, darunter auch die Medienarbeit, überprüfen möchte. Was hat sich nun konkret geändert?
Er hatte seine eigenen Ideen, da er bereits viel Erfahrung hat, was wir selbstverständlich respektieren. Er kam mit seinen eigenen Vorstellungen nach Basel, da er bis jetzt eine andere Medienpolitik gelebt hatte. Es ist aber nicht so, dass er die Medienpolitik alleine bestimmt. Wir haben in vielen Gesprächen einen gemeinsamen Weg definiert. Dass die Trainings nicht mehr öffentlich sind war sein Wunsch, aber nicht weil er Leute ausschliessen möchte, sondern um die kurze Zeit, welche er gemeinsam mit der Mannschaft für die Vorbereitung hat, effizient nutzen und keine Ablenkungen zuzulassen möchte.
Paulo Sousa möchte den Fans aber auch etwas bieten. Geplant sind regelmässige Open-Days, an welchen man das Training der ersten Mannschaft verfolgen und sich mit den Spielern und dem Staff unterhalten kann.
Neu ist beispielsweise auch, dass bei den Vorschaugesprächen immer ein Spieler dabei ist, was für die Medienvertreter interessant ist.
Dafür wird die Medienarbeit konzentrierter, neu gibt es einen „Medientag“ in der Woche, an dem sämtliche Interviewanfragen besprochen werden, welche während der vergangenen Woche eingingen.
Es macht Spass mit Paulo Sousa zusammen zu arbeiten, weil er sehr offen ist und seine Meinung auch ändern kann, wenn man ihm die Hintergründe erklärt.

Mit diesem vierten Teil endet das Interview mit Andrea Roth, Mediensprecherin und Öffentlichkeitsbeauftragte des FC Basel.
An dieser Stelle möchten wir Andrea nochmals ein grosses Dankeschön für das spannende Interview aussprechen und uns dafür bedanken, einen solch interessanten Einblick in das Aufgabengebiet erhalten zu haben.

Das Interview führten Claudia Cadalbert, Andreas Aeschlimann und Urs Dünner. Die Fotos wurden von Urs Dünner gemacht.

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