rotblau trifft – Dario Zuffi – das grosse Interview

3. September 2014 | Von | Kategorie: Nachgefragt, Quo Vadis, Top News

Interview, im St. Jakob-Park, in Basel, am 31.07.2014Ohne sein Tor vor 20 Jahren wäre vermutlich vieles nicht möglich gewesen. Sein Tor öffnete buchstäblich das Tor für eine Entwicklung beim FCB, welche damals keiner für möglich gehalten hätte.

Am 14. August 2014 also vor dem Spiel gegen den FC St. Gallen trafen wir Dario Zuffi zum Interview im Mediencenter des St. Jakob-Parks.

Dank deinem Treffer vor gut 20 Jahren stieg der FC Basel in die Nationalliga A auf. Was geht dir durch den Kopf, wenn du an jenen 2. Mai 1994 denkst?

  • Es gibt nach wie vor viele Leute, die sich daran erinnern und mir aufgrund dessen geschrieben haben. Wir waren eine tolle Mannschaft und sind als Team aufgestiegen. Wir hatten ein super Verhältnis untereinander. Somit habe ich an diesen Tag nur schöne und positive Erinnerungen. Natürlich kommen immer schöne Erinnerungen hoch, wenn ich daran denke, jedoch möchte ich die Frage ein wenige entschärfen, denn es war der Erfolg der gesamten Mannschaft, ich war ein Teil davon und erzielte dieses entscheidende Tor.

Exakt 20 Jahre nach diesem legendären Moment unterzeichnete dein Sohn Luca einen Dreijahresvertrag beim amtierenden Schweizer Meister. Kannst du den Stolz, den du bei der Vertragsunterzeichnung, zu welcher du Luca begleitet hast, beschreiben?

Ich hatte eine Riesenfreude und war unglaublich stolz. Wie gesagt, wir hatten uns alle riesig gefreut, vor allem auch Luca, weil er wusste, dass es zum grossen FC Basel gehen könnte. Als es mit der Vertragsunterzeichnung definitiv besiegelt war, überragten Freude, Stolz und Zufriedenheit. Wir hatten einige Anfragen auch von anderen Vereinen. Ich war schon länger mit den FC Basel in Kontakt, jedoch war es lange nicht konkret. Als es dann konkreter wurde, haben wir uns mit den Vertretern des FCB getroffen und von diesem Moment an ging alles sehr schnell.

Was verbindet dich neben deinem Sohn heute noch mit dem FC Basel?

Es ist relativ lange her, dass ich für den FC Basel spielen durfte, genauer gesagt 16 Jahre. Ich kam auch hin und wieder an die Champions-League-Spiele des FC Basel und freute mich immer, wenn sie Schweizer Meister wurden. Auch die Entwicklung, die der FC Basel durchlaufen hat, gefällt mir sehr gut und ich blieb immer ein Fan des FC Basel. Dass es nach so vielen Jahren eine „Rückkehr“ durch meinen Sohn Luca gab, ist natürlich umso schöner. Diese Erinnerungen an früher sind mir noch immer sehr präsent und eine emotionale Verbindung war immer da, aber Kontakt hatte ich kaum.

Wie oft besuchst du die Spiele des FC Basel und wo hast du deinen Platz?

Ich besuche die Spiele so oft wie möglich. Da ich jedoch vollamtlich Trainer beim FC Winterthur bin, haben wir selber Spiele und Trainings. Wenn der FC Winterthur und der FC Basel also gleichzeitig ein Spiel haben, kann ich die Partie des FC Basel nicht verfolgen, nehme diese jedoch auf und schaue es mir danach an. Die Tickets erhalte ich jeweils von Josef Zindel und sitze in der Mitte des Sektor A in der Reihe 5.

Deine drei Söhne sind alle Fussballer. Was für Erfahrungen gibst du Sandro, Luca und Nico mit auf ihre Laufbahn?

(Überlegt lange). Wir sprechen und diskutieren oft über Fussball und ich schaue mir so oft wie möglich ihre Spiele an, aber ich coache sie nicht wie ein Trainer. Alle drei haben einen Trainer, welcher ihnen sagen muss, was gut und was weniger gut war. Was sie schlussendlich mitnehmen und umsetzen, muss jeder Einzelne für sich entscheiden. Daher würde ich sagen, dass es eine kameradschaftliche Ebene ist, auf welcher wir uns austauschen mit wenigen kleinen Tipps. Wenn mir bei einem Spiel meiner Söhne etwas besonders auffällt, kann es schon vorkommen, dass ich danach sage „dies hättest du auch so machen können“, aber dabei bleibt es auch. Wir besprechen nie jede einzelne der 90 Minuten, es beschränkt sich auf das Minimum und ich versuche lediglich dort zu helfen, wo ich kann und möchte es nicht übertreiben.

Du bist vollamtlich beim FC Winterthur angestellt und trainierst dort die U21. Zusätzlich bist du Assistenztrainier von Pierlugi Tami, dem Trainer der U21-Nationalmannschaft. Das klingt nach einem umfangreichen Pensum. Was meint deine Partnerin dazu?

Mit der Nationalmannschaft bin ich lediglich bei Zusammenzügen dabei um zu coachen, ansonsten habe ich keine weiteren Aufgaben bei der Nati. Deshalb ist dieses Pensum sehr beschränkt und ich würde meinen Posten bei der Nati eher als Nebenjob bezeichnen. Zusätzlich bin ich noch Talentmanager des Vereins, wo ich auch einige spannende Aufgaben habe. Nebst meiner Aufgabe als Trainer der U21 bin ich auch noch Stürmertrainer beim FC Winterthur und trainiere von der U15 bis zur U21 die Offensivspieler.

Trotz dieser vielen Aufgaben haben meine Partnerin und ich genügend gemeinsame Zeit (Partnerin stimmt nickend zu). Sie hat ebenfalls einen Job, wo sie viel arbeitet, meistens auch am Wochenende. Wir finden jedoch immer wieder Zeit für gemeinsame Stunden.

Was sind die gravierendsten Veränderungen im Fussballbusiness seit du nicht mehr aktiv spielst?

Eine grosse Veränderung ist, dass heute alle Partien auf irgendeinem Fernsehsender übertragen werden. Dies war früher kaum der Fall. Auch der Sport Fussball hat sich stark verändert, ist viel physischer und schneller geworden. Man trainiert häufiger und die jungen Spieler werden noch früher entdeckt und ausgebildet und als Profi vorbereitet. Wenn ich ehrlich bin, gefällt mir der Fussball von heute besser, als jener, den wir damals gespielt haben, obwohl auch wir Fussballspielen konnten :-). Ich bin jedoch der Meinung, dass sich im Fussballbusiness alles weiter entwickelt hat, was auch völlig normal ist. Weiter ist man heute unter ständiger Beobachtung, der Fanauflauf ist viel grösser, die Stadien moderner.

Oft hört man, dass das Fussballbusiness ein Zirkus ist. Was sind die Voraussetzungen um in diesem Zirkus auf dem Boden zu bleiben?

Bezogen auf meine Söhne kann ich sagen, dass alle einen ruhigen und bescheidenen Charakterzug haben, was sich bestimmt auch auszahlt. Bescheiden zu bleiben finde ich eine sehr gute Voraussetzung für einen jungen Menschen und ich bin sehr stolz, dass meine Söhne diesen Charakterzug haben. Mit dem Gegenteil hätte ich eher Mühe, vor allem als Vater, da ich selber stets bescheiden blieb, wenn ich Erfolge feiern durfte. Bei Luca, welcher momentan eine erfolgreiche Zeit erleben darf, mache ich mir somit keine Sorgen, dass er den Boden unter den Füssen verliert. Ob es nun mal besser oder mal schlechter läuft, er ist meistens gleich gelaunt und macht sich nicht zu viele Sorgen und Gedanken. Er geht auf das Feld, spielt den Match und nimmt es so, wie es kommt. In solchen Momenten ist es ihm auch egal, ob er nun von 36’000 Leuten beobachtet wird.

Du selbst durftest für die Nationalmannschaft der Schweiz spielen. Wie hoch ist deiner Meinung nach die Chance, dass Luca auch dort in deine Fussstapfen treten wird?

Wenn Luca so weitermacht wie bis anhin, denke ich, dass er mittelfristig bestimmt eine Chance hat. Kurzfristig gesehen muss man sagen, dass die Positionen, auf welchen Luca spielt, gut besetzt sind von Spielern die bei ausländischen Topvereinen spielen, beispielsweise bei Napoli, Hamburg und Gladbach. Momentan bin ich jedoch wie bereits gesagt der Meinung, dass es sehr schwierig ist in die Nationalmannschaft zu kommen. Über ein mögliches Aufgebot für die Nationalmannschaft machen sich weder Luca noch ich Gedanken. Wenn dann eines Tages ein Aufgebot kommt, werden wir uns bestimmt riesig freuen und stolz sein.

Am 9. August 2014 erzielte Luca seinen ersten Treffer für den FC Basel. Warst du im Stadion und wie wurde dieses Tor familienintern gefeiert?

Ja, meine Partnerin und ich wie auch die beiden Brüder von Luca waren im Stadion. Nachdem wir den Treffer im Stadion bejubelt haben, gingen wir dann jedoch zur Tagesordnung über und freuten uns im Stillen weiter. Es war toll, bei so einem Ereignis dabei zu sein und auch den FC Basel siegen zu sehen. Dass Luca mit seinem Treffer etwas zu diesem Sieg beitragen konnte, war natürlich extrem erfreulich.

Zu deinem Wechsel vom FC Basel zum FC Winterthur sagtest du 2006 im Interview in der BaZ: „Das war von mir nicht so gewünscht, ich wäre gerne in Basel geblieben. Ich habe viel für den FCB gemacht, ich hätte eine bessere Behandlung verdient gehabt“.

Das stimmt so und ich stehe zu dieser Aussage. Meiner Meinung nach war es ein enttäuschender und trauriger Abgang, weil ich denke, dass ich es zu diesem Zeitpunkt nicht verdient hatte, auch weil ich kurz vor dem Wechsel nochmals den Sprung in die Nationalmannschaft geschafft habe. Tatsache ist, dass wir als Mannschaft ein schwieriges Jahr hinter uns hatten. Untereinander hatten wir es stets gut, das war bestimmt nicht der Grund, es war einfach eine schwierige Zeit, da man nicht wusste, ob der FC Basel in der damaligen Nationalliga A bleiben würde. Die Vereinsleitung hatte sich dann dazu entschieden, nicht über Vertragsverlängerungen zu diskutieren, bis der Ligaerhalt gesichert ist. Der Ligaerhalt war erst nach der letzten Partie gesichert.

Für mich war dies natürlich nicht akzeptabel, ich konnte es nicht auf die letzte Minute ankommen lassen, hatte eine Familie zuhause und brauchte Sicherheit. Da die Gespräche ausblieben, musste ich mich vorher entscheiden und somit kam der Entscheid, zum FC Winterthur zurück zu kehren. Wie gesagt, ich hatte diesen Angang sehr bedauert, wäre gerne in Basel geblieben, war in guter Form und deshalb war der Abgang natürlich schade. Wer weiss, wenn ich damals geblieben wäre, wäre ich vielleicht heute noch in Basel. Mein Wunsch war es immer, einmal in die Juniorenabteilung des FC Basel zu wechseln und wie beispielsweise heute beim FC Winterthur als Trainer zu arbeiten. Die Vereinsführung von damals hatte diese Weitsicht nicht, was natürlich schade war. Ich denke, dass man bei einem älteren Spieler, wie ich es damals war, auch mal eine Ausnahme hätte machen sollen und früher als geplant Gespräche über die Zukunft führen. Das ist jedoch Vergangenheit und ich hatte dies dem FC Basel nie übel genommen oder deshalb keinen Groll auf den Verein.

Was war dein schönstes Erlebnis im Fussball?

(Überlegt lange). Ich trenne dies in zwei Kategorien auf, zum einen die sportliche, zum anderen die emotionale Ebene. Sportlich waren dies der Meistertitel mit YB, die beiden Cupsiege mit YB und Lugano, der Aufstieg mit dem FC Basel und auch die diversen Länderspiele. Auf emotionaler Seite das Aufstiegsfest mit dem FC Basel, das ist unvergesslich. (Hinweis an die beiden Interviewer: Nehmt den gleichen Text wie bei Ralph Steingruber, dann habt ihr meine Antwort 🙂 ).

Und was war dein schlimmstes oder unangenehmstes Erlebnis im Fussball?

Das schlimmste Erlebnis war für mich die Niederlage im Cupfinal mit YB gegen den FC Sion. Wir führten zur Halbzeit mit 2:0 und haben am Schluss 2:3 verloren. Sportlich gesehen war das für mich das schlimmste Erlebnis.

Würdest du heute fussballerisch resp. der Karriereplanung etwas anders machen als damals?

Nein, überhaupt nicht. Wie wir dies nun auch bei Luca gemacht haben, ist eine gute Karriereplanung wichtig. Ich hatte mir stets gute Vereine ausgesucht, war zwar nie bei Topvereinen – der FC Basel war damals noch in der Nationalliga B und wurde leider während meiner Zeit noch kein Topverein – aber ich durfte bei guten Vereinen spielen, Titel gewinnen und schöne Momente erleben, auch mit dem FC Basel.

Vielleicht hätte ich nicht zum FC Winterthur zurückgehen sollen und mich beim FC Basel gedulden sollen. Das würde ich vielleicht heute anders machen, gerade wenn ich daran denke, was danach für eine erfolgreiche Ära begann. Aber ich merke an, dass es für mich damals die richtige Entscheidung war, auch weil ich einen gewissen Stolz habe und mir Sicherheit in meiner Situation wichtig war. Das ist der einzige Schritt in meiner Karriere, wo ich vielleicht trotzdem anders hätte entscheiden müssen.

Hast du die Ambition als Trainer zum FC Basel zurückzukehren?

Nein, da müsste viel passieren. Ich werde 50 und plane dies auch nicht gross. Klar, wenn der FC Basel nun anklopfen würde und mich als Trainer verpflichten möchte, würde ich mir vielleicht Gedanken machen, aber das lasse ich auf mich zukommen. Man weiss nie was die Zukunft bringt und sollte niemals nie sagen. Momentan bin ich zufrieden wie es ist. Ich bin seit 1998 beim FC Winterthur angestellt, zuerst zwei Jahre als Spieler und nun seit 14 Jahren als Trainer und bin zufrieden wie es ist. Ich trainiere die U21, ein Diplom eine höhere Klasse zu trainieren habe ich gar nicht. Dies ist auch gewollt so, ich wollte nie als Trainer eine grosse Karriere machen.

Hast du schon vor der Verpflichtung von Luca Kontakte mit FCB-Spielern und / oder Vertretern des Vereins?

Kontakt zu Spielern hatte ich sehr selten. Zu Martin Jeitziner hatte ich Kontakt, er war mein bester Kumpel beim FC Basel. Mit Josef Zindel hatte ich Kontakt, da er mir jeweils Tickets für die Spiele organisierte. Durch den Wechsel von Luca zum FC Basel werden diese Kontakte nun aber wieder intensiviert und aufgefrischt. Auch zu Gusti Nussbaumer, welcher damals bereits unser Coach war und heute noch immer Coach ist, habe ich mittlerweile wieder Kontakt und es ist auch schön, solche Bekanntschaften wieder aufleben zu lassen und sich gemeinsam über alte Zeiten zu unterhalten.

Bist du heute noch sportlich tätig?

Ein wenig, ich schaue schon, dass ich mich sportlich betätige und halte mich mit joggen und velofahren fit. Manchmal spiele ich in den Trainings beim FC Winterthur mit. Aber das reicht dann auch, ich denke, ich bin nach wie vor einigermassen fit.

Hast du gewichtsmässig zugelegt?

Ich bringe drei Kilo mehr auf die Waage im Gegensatz zu den Zeiten, als ich noch aktiv Fussball spielte. Am Bauch setzte sich ein wenig Fett an, ich hoffe es wird nicht mehr (lacht). Momentan bin ich der Meinung, dass es noch im Bereich des Erlaubten ist.

Was für einen Tipp würdest du einem jungen Spieler geben?

Generell ist eine gute Karriereplanung sehr wichtig. Der Weg von Luca ist eigentlich perfekt. Er wurde in einem Challenge-League- Club gross. Viele Spieler aus der Challenge League haben das Gefühl, so schnell wie möglich in die Super League wechseln zu müssen und dann zu einem Topverein ins Ausland. Es gab nur ganz wenige Spieler, die es es direkt von der Challenge League ins Ausland geschafft haben und die meisten konnten danach keine grosse Karriere machen. Deswegen ist meiner Meinung eine gute Planung das Wichtigste. Man sollte Schritt für Schritt nehmen und nicht drei Stufen überspringen.

Was sagst du zur Entwicklung des FCB seit deinem Weggang? Ist alles positiv oder hat es auch negative Aspekte?

Ich sehe das Ganze sehr positiv. Der FC Basel hat eine tolle Entwicklung durchgemacht in diesen 16 Jahren seit ich weg bin. Man entwickelte sich stetig weiter. Die erste Stufe wurde damals mit Christian Gross gemacht, welcher den FC Basel zurück an die Spitze führte. Und dann ging es Schritt für Schritt immer weiter. Dann kam das neue Stadion. Gigi Oeri als Präsidentin hat sicherlich auch dazu beigetragen, dass man viel mehr Mittel zur Verfügung hatte um zu wachsen. Heute ist der FC Basel ein Topverein, nicht nur in der Schweiz sondern auch international. Man hat sich grossen Respekt in Europa erarbeitet. Das ist ein weiterer Grund, weshalb wir so stolz sind, dass Luca die Chance hat, bei einem solchen Verein zu spielen.

Eine etwas gemeine Frage: Wer aus dem Zuffi-Clan ist / war der talentierteste?

Diese Frage ist nicht gemein, man muss das ganze realistisch sehen. Obwohl Luca als kleiner Junge kaum Interesse am Fussball zeigte, ist er der talentierteste, er spielt in der Super League. Es war nicht so, dass wir Luca dazu gezwungen haben Fussball zu spielen, aber da seine beiden Brüder ständig am kicken waren, zog er fast automatisch mit. Und irgendwann öffnete sich bei ihm der Knopf, im Gegensatz zu Sandro und Nico eben ein bisschen mehr. Weshalb nun gerade Luca der talentierteste ist, weiss ich auch nicht, vielleicht hatte er die besten körperlichen Voraussetzungen. Nichts desto trotz haben auch Sandro und Nico Talent und kamen zu Einsätzen in der Challenge League, was zeigt, dass auch die beiden mit einem gewissen Talent gesegnet sind. Ich bin auf alle Drei genau gleich stolz und mache überhaupt keinen Unterschied.

Hätte ein jüngerer Dario Zuffi auch heute eine Chance beim FCB?

Das ist eine schwierige Frage. Heute wird man natürlich ganz anders gefördert. Ich habe bis 18 bei einem Amateur-Verein gespielt und wechselte erst danach zum FC Winterthur in die damalige Nationalliga B. Ich denke schon, dass ich eine Chance hätte, meine Qualitäten konnte ich während meiner aktiven Karriere unter Beweis stellen, habe viele Tore erzielt, war technisch stark und schnell.

Wenn man dies von klein auf gefördert hätte, so wie man dies heute fördert, denke ich schon, dass ich auch beim heutigen FC Basel eine Chance hätte. Ich denke sogar, dass ich mit der heutigen Förderung ein noch besserer Spieler wäre. Trotzdem bin ich der Meinung, dass ich auch so ein guter Spieler war, das beweisen auch die 19 Aufgebote für die Nationalmannschaft.

Welche Frage hättest du gerne mal in einem Interview beantwortet, wurde dir aber nie gestellt undwie lautet die Antwort?

Auf diese Frage fällt mir schlicht und einfach keine Antwort ein. Ich habe mir auch nie solche Gedanken gemacht, wenn ich zu einem Interview gebeten wurde. Und heute gebe ich sowieso nicht mehr so viele Interviews wie früher, obwohl ich anmerken muss, dass ich momentan wieder einige Anfragen habe, was natürlich auch mit dem Wechsel von Luca zu tun hat. Ich bin der Meinung, dass nun die Zeit von Luca gekommen ist und man ihn interviewen soll. Nun steht er im Vordergrund und nicht mehr der Vater.

Du wurdest vom Stürmer zum Linksverteidiger umgeschult. Wie kam es dazu und wie war das für dich?

Da wir in jener Saison zu wenig Spieler auf der Position des Linksverteidigers hatten und ich mit über 30 nicht mehr diese Spitzigkeit hatte, die ein Stürmer benötigt, habe ich mich dem damaligen Trainer Karl Engel zur Verfügung gestellt und ihm mitgeteilt, dass ich bei einem Engpass auch auf dieser Position eingesetzt werden kann. Der Trainer war begeistert, dass ich mich dafür zur Verfügung gestellt habe, schlief nochmals eine Nacht darüber und entschied sich für das Experiment.

Anschliessend fragte mich Karl Engel nach der Partie ob ich mir vorstellen kann, auch weiterhin auf dieser Position zu spielen. Ich zögerte nicht lange und entschloss mich dazu, weiterhin als Linksverteidiger zu spielen. Somit spielte ich fast eine ganze Saison in der linken Verteidigung. Danach wurde Jürg Berger Trainer und er spielte mit drei Verteidigern. Ich wurde dann wieder häufiger auf den vorderen Positionen eingesetzt. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich in meinen letzten beiden Partien als Stürmer spielte.

Was ich noch anmerken möchte ist, dass ich dank meiner guten Leistungen im Mittelfeld nochmals in die Nationalmannschaft aufgeboten wurde und dort ebenfalls auf dieser Position spielte. Ich habe diese neue Aufgabe stets zur Zufriedenheit des Trainers gelöst, fühlte mich wohl und wusste, dass ich damit der ganzen Mannschaft helfen konnte. Wir spielten auswärts gegen den FC Aarau, an das Resultat mag ich mich nicht mehr erinnern, aber ich hatte jedenfalls eine gute Partie gespielt auf dieser für mich neuen Position.

Herzlichen Dank Dario Zuffi für das Interview. 

Das Interview führten Andreas Aeschlimann und Urs Dünner. Vielen Dank an Claudia Cadalbert, welche das Interview vom Aufnahmegerät in eine elektronische Form brachte. Herzlichen Dank auch an Uwe Zinke für das aktuelle Bild von Dario.

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