SeitenBlick (1)

29. Juli 2013 | Von | Kategorie: Medien

Bobadilla RaulMein liebstes Print-Erzeugnis, der BLICK gibt mal wieder alles. Sein Opfer diesmal: der Täter Bobadilla.

Natürlich ist die Aktion von Raul Bobadilla durch nichts zu entschuldigen. Ein Fahrzeug wird unter solchen Umständen zu einer Waffe und es kann mir keiner sagen, das wäre ihm nicht bewusst gewesen. Es war ein sehr grobes Vergehen und es ist gut, wurde er erwischt. Die Folgen muss er nun alleine tragen und er ist auch alleine dafür verantwortlich.

Aber, es ist Sache des Gesetzgebers, Vergehen gegen die Strassenregeln zu ahnden. Welches Strafmass dabei angewendet wird, ob Vorstrafen darauf Einfluss haben oder nicht, ob nun Haft droht oder sogar die Abschiebung…. all das müssen und werden die zuständigen Behörden entscheiden. Das müsste eigentlich auch Ringier klar sein.

Doch wir alle kennen das Blatt zu gut und wissen, dass hier der Wunsch Vater des Gedanken ist. Gerade in der Sommerzeit ist man für jede Schlagzeile dankbar. Da darf man gerne auch mal Vorverurteilungen fällen oder sich empören, wenn der FCB Bobadilla „nur“ mit einer Spiele Sperre bestraft. Ganz locker vermischt hier der BLICK das private Leben von Raul Bobadilla mit dem Angestellten Raul Bobadilla. Da schreibt man dann gerne mal, dass er „schon begnadigt wurde“ um den Anschein zu erwecken, Bobadilla sei mit seinem Promi-Bonus schon davon gekommen. Dass es dabei lediglich darum geht, dass er wieder mittrainiert, erfährt man dann beiläufig.

Ich bin mir auch jetzt schon sicher, dass der BLICK das Urteil als zu lasch auslegen wird, egal wie es ausfällt. Sollte nicht die Höchststrafe von 4 Jahren (unbedingt) mit anschliessender Ausschaffung folgen, wird das sicher als Skandal gebrandmarkt. Für eine richtige Recherche, wie ein allfälliges Urteil in vergleichbaren Situationen bei anderen Rasern ausgefallen ist, wird man sicher keine (Arbeits-)Zeit aufwenden. Zu schön ist die Gelegenheit, dem „unbeliebten Boba“ eins auszuwischen. Und dem FCB noch dazu.

Nochmal: die Tat ist nicht zu verharmlosen und das Gesetz sieht dafür entsprechende Strafen vor. Die Hexenjagd des BLICK aber (bis hin zum Stalking am entsprechenden Tag durch den Reporter mit minutiöser Auflistung jeglicher Aktivität im Hause Bobadilla) ist einfach nur wiederlich. Und es gibt Gerichte, die entsprechende Aktionen von Zeitungen schon strafmildernd aufgefasst haben, da durch die „Vorverurteilung und unfaire Berichterstattung der Täter bereits zu einem gewissen Mass bestraft wurde“. Es wird spannend zu sehen, ob das hier auch noch ein Nachspiel hat. Aber dann sind sicher die unfähigen Gerichte schuld, und sicher nicht der BLICK.

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