Abseits ist, wenn der Schiri pfeift

24. Januar 2014 | Von | Kategorie: Analysen, Medien, News, Schiedsrichter

SSC Neapel – Atalanta Bergamo 3:1 (1:1)

Tore: 0:1 De Luca (14.), 1:1 Callejon (15.), 2:1 Insigne (72.), 3:1 Callejon (80.)

Gelb-Rote Karte: Yepes (74.)

Atalanta Bergamo hat die Sensation gegen den SSC Neapel verpasst. Der Favorit tat sich in der ersten Halbzeit sehr schwer, konnte sich dann aber dank eines umstrittenen Treffers klar fürs Viertelfinale qualifizieren. Jose Callejon gläzte mit einem Doppelpack.

Die 72. Minute brachte die Wendung in einem Spiel, in dem sich der SSC Neapel lange mühte. Anthony Réveillère flankte auf Gonzalo Higuain, der allerdings weit im Abseits stand. Bergamos Verteidiger Yepes hob die Hand und wandte sich dem Linienrichter zu, anstatt den Ball aus der Gefahrenzone zu befördern. Das Unglückliche an der Situation: der Ball kam nie bei Higuain an, da er von Yepes Rücken genau vor die Füße von Lorenzo Insigne prallte, der das Leder ohne Mühe im Tor versenken konnte.

Die Wut bei Bergamo und vor allem beim Yepes war riesengroß, der Verteidiger wurde wegen anhaltender Beschwerden sogar vom Platz gestellt. Es war der Knackpunkt in einem bis dahin sehr spannenden Spiel, bei dem Atalanta gut mitgehalten hatte und sich die Chance auf eine Verlängerung erarbeitet hatte.

In der 14. Minute konnte Bergamo durch De Luca in Führung gehen, musste aber nur eine Minute später den Ausgleich hinnehmen. Eine sagenhafte und unhaltbare Direktabnahme von Callejon brachte das schnelle 1:1. Danach konnte sich hüben wie drüber beide Team gut Chancen erarbeiten, konnte diese aber nicht nutzen. Bis zur 72. Minute, die das Spiel entscheiden sollte. Nach dem kuriosen Treffer von Insigne konnte Callejon in der 80. Minute noch den Schlusspunkt setzen.

Hier die Auflösung;  Die Abseitsregel ist gelockert worden.   Die Regelung besagt, dass der Schiedsrichter das Spiel laufen lassen muss, wenn ein Spieler zwar im Abseits steht, aber weder direkt noch indirekt ins Spielgeschehen eingreift. Zugleich galt bislang aber auch: Gelangte der Ball vom gegnerischen Verteidiger trotzdem zum im passiven Abseits stehenden Spieler, konnte dieser ein Tor erzielen. Dieser Auslegung will der Weltverband FIFA als oberster Regelhüter des beliebtesten Ballspiels der Welt nun einen Riegel vorschieben.

http://www.youtube.com/watch?v=nkMDMO0lusA

 

2 Kommentare auf "Abseits ist, wenn der Schiri pfeift"

  1. Andreas sagt:

    Die Frage ist halt, ob man noch von passiven Abseits reden kann, nachdem der Verteidiger die Hand hebt. Mit dieser Aktion hat er nämlich auf den Event „Spieler im Abseits“ reagiert. Wäre der andere Spieler nicht dort gewesen, hätte er die Hand nicht gehoben und normal weiter gespielt.

    Wenn ich aufs Tor schiesse, ein Kollege steht im passiven Abseits und täuscht den Torhüter mit einer irritierenden Bewegung, wird ja auch gepfiffen.

    Deshalb bin ich mit deiner Begründung (noch) nicht zufrieden, dass alles regelkonform war.

  2. Domenico Carcieri sagt:

    Hallo Andreas,

    Da Ich selber noch Aktiver 2. Liga Schiedsrichter bin, kann ich Dir folgendes noch dazusagen. In unseren Ligen würde hier sicherlich Abseits gepfiffen. Obwohl ich sage den Spieler immer, solange ich nicht Pfeife geht das Spiel weiter!

    Doch bei dieser Szene muss ich dem Assistenten recht geben, weil auf diesem Niveau (Serie A) ist jeder ein Profi, und jeder sollte seinen Job erledigen, somit soll sich der Verteidiger nicht drum kümmern (Hand oben) ob der Stürmer tatsächlich in einer Strafbaren Abseitsstellung befindet oder nicht, das ist Sache des Schiedsrichterassistenten. Das Problem ist Jeder (Spieler) ist der bessere Schiedsrichter und weiss es halt besser.

    Doch wie es die neuen Abseitsregel der FIFA wollen ist hier kein Abseits mehr.

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